Feuerwehrgeschichte
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Eine kleine Feuerwehrgeschichte

Das Feuer in der Bibel

Das Feuer ist eines der ältesten Natursymbole. Die Bibel spricht in vielfältiger Weise im Symbol des Feuers von Gott, besonders in den Psalmen und bei den Propheten: Gott ist wie Feuer in seinem Eifer, seiner Herrlichkeit, seiner Liebe und Fürsorge, seinem Zorn. Die brennende Fackel, die den Weg weist, der brennende Dornbusch, der Feuer speiende Berg und andere Feuererscheinungen sind Bilder, um von Gott zu reden.
Es gibt drei Symbolgeschichten vom Feuer in der Bibel: vom brennenden Dornbusch (Ex 3 und 4), von den drei Männern im Feuerofen (Dan 3), von den Feuerzungen auf dem Haupt der Jünger (Apg 2).

Das Feuer in der Literatur

Ohne Feuer ist kein menschliches Leben mehr denkbar. Die Menschheit kennt und fürchtet aber auch die Gefahren, die vom Feuer ausgehen. Das Furcht erregende Erlebnis eines Stadtbrandes beschrieb Friedrich von Schiller in seinem „Lied von der Glocke”:

„… Wohltätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft;
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand ...”

Friedrich von Schiller schilderte einen Brand, wie es ihn bis in das vorletzte Jahrhundert hinein häufig gab. Eimerketten waren meist das einzige Mittel, mit dem sich die Menschen vor der Zerstörung zu schützen versuchten.

Hl. Florian im Schulungsraum des Feuerwehrhauses in St. Ottilien

Heiliger Florian – der Schutzpatron der Feuerwehren

Florian lebte im 3./4. Jahrhundert nach Christus zur Zeit der Christenverfolgung und war Kanzleivorsteher des römischen Statthalters in Lorch an der Enns im heutigen Oberösterreich. Nachdem 40 geheime Christen eingekerkert und gefoltert worden waren, bekannte sich Florian selbst als Christ. Er wurde ebenfalls gefoltert. Weil er nicht abschwörte, band man ihm einen Mühlstein um den Hals und ertränkte ihn am 4. Mai 304 in der Enns.
An der Stelle, an der man seinen Leichnam barg, steht heute das berühmte Chorherrnstift St. Florian bei Linz. Eine Legende berichtet, ein Adler habe schützend seine Schwingen über seinen Leichnam ausgebreitet. Zum Schutzheiligen gegen Feuersgefahren wurde der Hl. Florian, weil er angeblich als Bub ein brennendes Haus durch sein Gebet und nur mit einem Kübel Wasser gelöscht hatte. Außerdem verehren ihn die Kaminkehrer, Bierbrauer, Seifensieder und Schäffler als Patron. Der 4. Mai ist der Namenstag von Florian.
Seit mehr als 40 Jahren verwenden die deutschen Feuerwehren „Florian” als Rufnamen im Funkverkehr.

Entstehung der Feuerwehren

Das Feuer spielt seit jeher eine wichtige Rolle im Leben der Menschen, sei es als Wärmespender, als Hilfe bei der Nahrungszubereitung oder als Waffe bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Möglichkeiten, die die Menschen gegen die Bedrohung durch das Feuer hatten, waren eher gering. Es gab keine leistungsfähigen Pumpen, Schläuche und in der Brandbekämpfung geübte Mannschaften. Man versuchte, über strenge bauliche Vorschriften die Entstehung von Schadenfeuern zu verhindern. Darüber hinaus gab es genaue Verhaltensmaßregeln, was die Bürger im Falle eines Brandes sowie zur Verhütung dessen zu tun hatten. Diese Regeln schrieben unter anderem vor, wie viele Löscheimer pro Haus vorhanden sein mussten.
Als Gründer der ersten Feuerwehr überhaupt gilt laut Ludwig Jung, dem ersten Vorsitzenden des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes, der amerikanische Politiker, Schriftsteller und Erfinder Benjamin Franklin, auf dessen Veranlassung 1738 in Philadelphia eine Feuerwehr entstand.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann man in Deutschland damit, spezielle Feuerlösch-Abteilungen ins Leben zu rufen. Die erste moderne deutsche Feuerwehr wurde 1841 im sächsischen Meißen als freiwillige Feuerwehr gegründet. Mit dem Rettungsverein der Stadt Augsburg folgte 1849 die erste bayerische Feuerwehr. Die erste Berufsfeuerwehr entstand 1851 in Berlin. Noch bevor die bayerische Landeshauptstadt München im Jahre 1866 ihre freiwillige Feuerwehr erhielt, entstand bereits im damaligen Bezirksamt Landsberg eine freiwillige Feuerwehr, nämlich 1856 in Windach.
Die ersten freiwilligen Feuerwehren im Gemeindebereich Eresing wurden 1875 in Eresing und Pflaumdorf gegründet.